Die Familie von Victor Müller-Fromes (manchmal auch Frommes geschrieben) zog 1851 von Ettelbrück nach Diekirch. Hier wurde Florentin Victor Eugen Constantin, genannt Victor, am 13. September 1852 geboren. Sein Vater Théodor war Inhaber eines Kleidungs- und Stoffgeschäftes. Weil der der Vater bereits 1855 im Alter von nur 30 Jahren verstarb, übernahm zunächst seine Mutter Anne Marie (geborene Fromes) das Geschäft, ehe es schließlich an Victor überging. Er empfing seine Kunden in der Antoniusstraße 4. Im März 1925 gab er das Geschäft zugunsten von Léon Putz-Hamen auf. Noch im selben Jahr verstarb er am 3. September.
Schon zu Lebzeiten schenkte er zusammen mit seiner Schwester Léonie (geboren um 1850 in Ettelbrück, verstorben am 28.07.1915 in Diekirch) dem Diekircher Wohltätigkeitsbüro bedeutende Geldsummen. Nach seinem Tod erbte die Gemeinde sein gesamtes Vermögen, insgesamt rund 200.000 Franken und 5 Häuser. Das Geld nutzte das Wohltätigkeitsbüro zur Auszahlung diverser Familienmitglieder, Begleichung der Erbschaftssteuer sowie zur Renovierung der Häuser. Mit den Einnahmen der Vermietung letzterer sowie von 103 Ar Ländereien konnte das Wohltätigkeitsbüro bedürftigen Diekircher Einwohnern helfen.
Als Dankesbekundung für seine Philanthropie benannte die Stadt die Gartenstraße in “rue Victor Muller-Fromes” um und stiftete ein Grabmonument, welches heute noch im „parc des tombes remarquables” steht.