Susanne „Sisy“ Beringer wurde am 04.05.1881 in Diekirch geboren. Ihr Vater war der aus Diekirch stammende Landwirt Nicolas Beringer, ihre Mutter die aus Bigonville stammende Anne Marie Siebenaller. Sisy Beringer arbeitete als Modistin. Sie ersteigerte 1922 zum Kaufpreis von 18.000 Franken das in der Großstraße gelegene Haus von Frau Albert Wünsch, in dem sie davor schon Mieterin war. Sie starb am 16.03.1947, im Alter von 65 Jahren, in Diekirch, und wurde am 19.03.1947 ebendort begraben.
Mit dem Namen von Sisy Beringer verbindet man eng die Rosière-Feiern. Sie war es, die die Wiederaufnahme der Tradition nach dem Zweiten Weltkrieg ermöglichte. Mit ihrem Tod vermachte sie nämlich der Stadt ihre Immobilien. Bedingung für die Schenkung war einerseits die Errichtung eines Denkmals auf ihrem Grab, andererseits die Wiederaufnahme der Rosière-Tradition. Ab 1947 wurden die Erträge aus den vererbten Immobilien herangezogen, um den ausgewählten jungen Frauen ein Preisgeld von zunächst 5000 Franken zukommen zu lassen. Noch heute werden die Preisträgerinnen vom Stadtrat in geheimer Wahl gewählt und anlässlich der Herbstkirmes offiziell gekrönt. Nach ihrer Ernennung legt die Rosière einen Blumenkranz oder -strauß an den Gräbern von Sisy Beringer sowie dem ursprünglichen Begründer der Diekircher Rosière-Tradition, Adolphe Ernser, ab. Seit einigen Jahren kann auch eine karitative Einrichtung mit dem Preis bedacht werden.
Das Grab von Sisy Beringer wurde 2017 restauriert.