25 Juin 2026

Kommunale Starkregenvorsorge in der Stadt Diekirch

Die Starkregenereignisse der letzten Jahre haben deutlich gemacht, dass plötzliche Überschwemmungen infolge extremer Regenfälle jeden treffen können. Fachleute warnen, dass sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität solcher Ereignisse in Zukunft weiter zunehmen können. Ein Grund dafür ist der Klimawandel: Mit steigenden Temperaturen kann die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen, dadurch können sich stärkere Regenfälle bilden, die lokal zu plötzlichen Überschwemmungen führen können.

Die daraus resultierenden Überflutungen bergen nicht nur ein hohes Schadenspotential für Gebäude und Infrastruktur, sondern stellen auch eine Gefahr für Leib und Leben dar.

Starkregengefahr

Neben der Gefahr von Flusshochwasser an größeren Gewässern wie der Sauer, kann auch die Gefahr einer Überschwemmung durch Starkregenereignisse (zum Beispiel in Folge von Gewittern) bestehen. Dabei können kleinere Bäche oder Talwege, in denen normalerweise wenig oder gar kein Wasser fließt, in kürzester Zeit stark anschwellen und zu Sturzfluten führen. In flacheren Gebieten können die Überschwemmungen auch durch die sehr hohen auftretenden Regenmassen auf der Fläche selbst entstehen oder aus den höher gelegenen Hängen zufließen. Zusätzlich kann es bei Starkregen zu einem Überstau der Kanalisation kommen, wenn die Kanalsysteme die Wassermengen nicht mehr aufnehmen können, was ebenfalls zu Rückstau und Überflutungen führen kann.

Ein Überstau der Kanalisation bei Starkregen bedeutet jedoch nicht, dass das Kanalsystem falsch dimensioniert ist. Vielmehr handelt es sich dabei um außergewöhnlich starke Regenfälle, die über die sogenannte Bemessungsgrenze hinausgehen, also stärker sind, als es bei der Planung des Kanalsystems üblich berücksichtigt wird. Solche extremen Ereignisse gelten als Restrisiko, das trotz aller technischen Maßnahmen nie vollständig ausgeschlossen werden kann.

Aus diesen Gründen hat die Gemeinde Diekirch entschieden, die Starkregenvorsorge aktiv voranzutreiben. Im Rahmen dieser Vorsorgestrategie wird eine Starkregenstudie in Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaftsverwaltung, durch das Ingenieurbüro TR-Engineering durchgeführt. Die Studie wird vollständig durch den Wasserfonds der Administration de la Gestion de l’Eau gefördert. Ein zentraler Bestandteil dabei ist es, die Einwohner über potenzielle Gefahren zu informieren und zu sensibilisieren. Dazu wird die Gemeinde nach Abschluss der Starkregenstudie eine Bürgerversammlung organisieren, in der die Ergebnisse der Studie präsentiert werden und über die Verhaltens- und Risikovorsorge sowie die Bauvorsorge (Objektschutz) von Gebäuden zu informieren, um bestmöglich auf zukünftige Starkregenereignisse vorzubereitet zu sein.

Starkregenvorsorgestudie - Maßnahmenkonzept

Neben dem Informieren und Sensibilisieren, sowie der Erläuterung zu möglichen Maßnahmen, die Objektbesitzer an ihrem Gebäude umsetzen können, ist die Erarbeitung eines Maßnahmenkonzepts zur Verringerung des Risikos in der Gemeinde ein weiterer wichtiger Baustein der Starkregenstudie.

Dabei kommen ortsspezifische Schutzmaßnahmen zum Einsatz, wie zum Beispiel:

  • technische Schutzmaßnahmen (z.B.: Gräben; optimierte hydraulische Bauwerke; Deiche; Mauern, etc.);

  • ökologische Maßnahmen (z.B.: Renaturierungen; dem Wasser mehr Raum geben, etc.);

  • landwirtschaftliche Maßnahmen (z.B.: Acker- und Erosionsschutzstreifen; angepasste Anbaumethoden, etc.);

  • forstwirtschaftliche Maßnahmen (Angepasste Wegentwässerung, natürlicher Rückhalt, etc.);

  • Maßnahmen zum dezentralen Wasserrückhalt (z.B.: Flutmulden; Rückhaltebecken, etc.);

  • Maßnahmen in der Raumplanung (z.B.: Dachbegrünung; Notwasserkorridore; multifunktionale Entlastungsflächen, Schwammstadt etc.).

Diese Maßnahmen sollen helfen, die Gemeinde widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Starkregenereignissen zu machen.

Melden einer Problemstelle

Zur Identifizierung von Starkregengefahrenzonen werden in der Studie mehrere Datengrundlagen verwendet. Eine wichtige Grundlage sind die Starkregegefahrenkarten, die unter geoportail.lu (siehe unten: Abbildung 1 und QR-Code) frei zugänglich abgerufen werden können. 

Die Starkregengefahrenkarten geben jedem Einwohner die Möglichkeit zu prüfen, wie hoch die Gefahr des eigenen Grundstücks berechnet wurde. Die Informationen können dem Eigentümer dabei helfen, proaktiv vor einem Schadensfall einzuschätzen, wie hoch der Handlungsbedarf in Sachen baulicher Vorsorge (Objektschutz) ist. Weitere Informationen zu diesem Thema werden, wie bereits oben angedeutet in der Bürgerversammlung erläutert.

Eine weitere wichtige Grundlage sind Beobachtungen, die vor Ort gemacht wurden und Hinweise zu möglichen Gefahren- und Problemstellen geben können. Damit diese Stellen in der Studie unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Ortskenntnisse der betroffenen Anwohner einfließen können, ruft die Gemeinde ihre Einwohner dazu auf bis zum 30. September beobachtete Problemstellen zu melden. Dies kann durch eine Beschreibung, Skizzierung, Fotos und / oder Videos, sowie der Angabe von Ort, Datum und Uhrzeit des Ereignisses erfolgen und soll an folgende Adresse gesendet werden: 

starkregen@diekirch.lu

Diese E-Mail-Adresse dient zur Dokumentation der Ereignisse. Im Ernstfall wenden Sie sich bitte sofort beim CGDIS (112) beziehungsweise beim technischen Dienst der Gemeinde Diekirch.

Diese wichtigsten Informationen sollten unter folgender Aufstellung ausgefüllt werden:

  1. Ortschaft

  2. Adresse

  3. Name

  4. Telefonnummer / E-Mail

  5. Datum und Uhrzeit des Ereignisses

  6. Fotos oder eventuell Videos

  7. Skizze der Situation / Fließwege (Auszug aus dem geoportail.lu verwenden)

  8. Beschreibung des Vorfalles

Falls Schäden entstanden sind oder Sie bereits Ideen zu Maßnahmen haben, können Sie uns diese auch mitteilen. 

In folgendem Plan (Abbildung 1) erhalten sie eine Übersicht über die Starkregengefahrensituation in der Gemeinde Diekirch. Nutzen Sie den Link [QR Code] und analysieren Sie Ihre Situation genauer.

Die Farben der Starkregengefahrenkarten (siehe Abbildung 2) deuten die Gefahr als Verschnitt zwischen der Wassertiefe und der Fließgeschwindigkeit an. Je höher und / oder schneller das Wasser fließt, desto größer die Gefahr. 

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